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Thukydides

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Thukydides Artikel

Thukydides Beschreibung
Thukydides Beschreibung
Thukydides

Thukydides (* zwischen 460 und 455 v. Chr., † ungefähr 399 v. Chr.) war ein griechischer Historiker.

Er stammte aus vornehmer attischer Familie und erlangte durch sein Geschichtswerk Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (Peloponnesischer Krieg) große Berühmtheit. Als ein Zeitzeuge des Krieges, dessen Bedeutung er früh erkannte, schrieb er das Werk in dem thrakischen Exil nieder, wohin er sich nach seiner Abberufung und Verbannung in Folge der athenischen Niederlage bei Amphipolis 424 v. Chr. gegen Brasidas zurückgezogen hatte.

In klarer Abgrenzung zu Herodot wollte er ca. das berichten, was auch wirklich vorgefallen ist. Absicht ist Klarheit und Gegenwartsbezug. Großen Einfluss auf die Geschicke der Menschen weist er der Tyche, dem Zufall zu. Sein Werk ist klar strukturiert, in einem nüchternen, knappen Stil verfasst und bezieht zahlreiche Quellen ein, zu denen er Zugang hatte. Das Werk kann in fünf Teile eingeteilt werden (insgesamt 8 Bücher/Kapitel): 1) Einleitung, 2) archidamischer Krieg, 3) der faule Frieden (Nikiasfrieden ), 4) Sizilische Expedition und 5) der dekeleisch-ionische Krieg. Das 8. Buch bricht abrupt in dem Jahre 411 v.Chr. ab. Es wurde durch den Historiker Xenophon in seiner Hellenika fortgesetzt.

Den Grund für den Krieg sah er in der Hegemonie Athens und dessen Großmachtstreben, dem sich die alte Hegemonialmacht Sparta widersetzte. Für Thukydides ist der Athener Perikles der Prototyp eines großen Staatsmanns, auch wenn er Athen in den Krieg steuerte.

Die Geschichte des Thukydides ist das Werk eines großen und scharfsinnigen Geistes. Vielleicht ist es sogar das größte und bedeutendste Geschichtswerk, welches jemals geschrieben wurde. Es entwickelte eine ungeheure Breitenwirkung bis in unsere heutige Zeit hinein (siehe der berühmte Melierdialog; Thukydides Worte über die Demokratie stehen am Anfang des Entwurfs der EU-Verfassung). Denn Thukydides Fragestellung ist es auch zu behandeln, wie eine Hegemonialmacht zu Grunde gehen kann. Sein Hauptaugenmerk gilt den Triebfedern der Politik und nirgends wird dies deutlicher als in dem berühmten Melierdialog (Thuk V. 85 ff.). In diesem machen die Athener den Meliern deutlich, dass sie, da Melos keine Großmacht war, von Athen nicht erwarten könnten, dass es sich an gültige Verträge halten solle! Gerade die rationale und kühle Analyse der Politik, unter der aber auch verdeckt die Abscheu des Verfassers durchblickt, machen dieses Werk so bedeutend.

So zu schreiben wie Thukydides, mit dessen scharfer Urteilskraft und Objektivität, war die Absicht vieler antiker Autoren - wenn sie sich denn für politische Geschichte interessierten (teils Xenophon, Polybios, auch später in der römischen Kaiserzeit). Auch später in Byzanz blieb er häufig Vorbild (siehe Prokop). Dennoch war er in der Antike nicht so beliebt wie Herodot, und in dem Westen kannte man Thukydides während des Mittelalters ca. in Auszügen bzw. indirekter Überlieferung aus Byzanz, während er in der Renaissance wieder Verbreitung fand.

Trotzdem muss gesagt werden, dass gerade diese Wirkungsmächtigkeit seines Werks die modernen Historiker dazu verleiten kann, seine Darstellung unreflektiert zu übernehmen. So erwähnt Thukydides nicht den so genannten Kalliasfrieden (449/48 v. Chr.), den es jedoch wahrscheinlich gegeben hat (zur dieser Forschungsproblematik siehe Kalliasfrieden). Und dennoch ist seine Objektivität und vor allem sein Geschichtsverständnis einmalig gewesen, denn er unterschied streng zwischen Ursache und Anlass, womit er den Schritt zur wissenschaftlichen Beurteilung machte.

Buch-Tipp: Das Geheimnis der Hebamme. Spannend und fesselnd ! . . . als Fan historischer Romane muss ich sagen " spitze " ! Das Buch ist spannend von Anfang bis zu dem Ende . Man mag das Buch kaum aus der Hand legen.

Zitate zu Thukydides

  • Von der jämmerlichen Schönfärberei der Griechen in's Ideal, die der "klassisch gebildete" Jüngling als Lohn für seine Gymnasial-Dressur in's Leben davonträgt, kurirt Nichts so gründlich als Thukydides. (Friedrich Nietzsche, "Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophirt", 1888)
  • . . the first page of Thucydides is, in my opinion, the commencement of real history. All preceding narrations are so intermixed with fable, that philosophers ought to abandon them, to the embellishments of poets and orators. (David Hume, "Of the Populousness of Ancient Nations")
Buch-Tipp: Der Krieg. Geschichte und Gegenwart (Campus Einführungen) Gute Einführung in die Kriegsforschung Andreas Herberg-Rothe legt hier eine Bilanz der Forschung über das Phänomen Krieg vor. Sein sehr gehaltvolles Bändchen erweist sich als kompakter und kompetenter Forschungsbericht zu diesem Thema. Er zeigt, dass wir es ganz offensichtlich nachdem 11. September 2001 mit einer neuen Form von Kriegen zu...

Literatur

Werkausgabe:

  • Thukydides: Der Peloponnesische Krieg (Reclam), hrsg. von H. Vrestka und W. Rinner, Stuttgart 2000. Dort auch weiterführende Literatur und Angaben zu anderen Ausgaben des Werks. ISBN 3-150-01808-0 Diese Ausgabe ist näher am Text als Landmanns Übersetzung.
  • Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges (Bücherei Tusculum), gr.-dt. von Peter Landmann, 2 Bde., Darmstadt 1993. Leider zweisprachig z.Z. nicht lieferbar.

Sekundärliteratur (in Auswahl):

  • Simon Hornblower: A Commentary on Thucydides, Oxford 1991 ff. ISBN 0198150997 (Bd. 1) Der beste Kommentar zu dem Werk des Thukydides.
  • Ders.: Thukydides aus Athen. I. Herkunft und Leben. II. Werk. A. Inhalt. B. Methode. C. Probleme der Forschung. III. Würdigung, in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, hrsg. von Hubert Cancik und Helmuth Schneider, Bd. 12 (2002), S. 506-511. Knappe Diskussion des Forschungsstandes und Angaben zur neueren Literatur.
  • Wolfgang Schadewaldt: Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen, Bd. 2, 3. Aufl., Frankfurt a. M. 1990. ISBN 3-518-27989-0 Zur Einführung.
Buch-Tipp: Der Peloponnesische Krieg 2400 Jahre alt und aktueller denn je! "Tote und Sterbende lagen übereinander, halbtot wälzten sie sich auf den Straßen und bei allen Brunnen und verlangen nach Wasser. Die Tempel, in denen sei hausten, lagen voller Leichen der dort Verstorbenen. Völlig überwältigt vom Leid und ratlos, was aus ihnen werden solle, kehrten sie sich nicht mehr...

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